Das Interesse an elektronischen Büchern und entsprechenden Lesegeräten nimmt seit Jahren zu. Ein klarer Durchbruch im deutschen E-Book-Markt steht jedoch nach wie vor aus. Nichtsdestotrotz ist die Digitalisierung der Buchbranche unumstößlich. Bereits heute spielen digitale Intermediäre wie Amazon, Apple oder Google eine zunehmende Rolle. Zudem wächst die Zahl der technischen Dienstleister, die die Schnittstelle zwischen Endkundenplattformen und Verlagen füllen. Auf Seite der Autoren wird dies mit einer weiteren Emanzipation einhergehen, da sie, um den Leser zu erreichen, nicht mehr zwingend auf Verlage, Druckereien und Buchhandel angewiesen sind. Aber gänzlich auf professionelle Unterstützung werden sicher die wenigsten verzichten können.
Eine zukünftige Profitmöglichkeit für Verleger stellt dagegen beispielsweise die bewusste Fokussierung attraktiver Absatzwege für digitale Ausgaben dar. Wie andere Branchen schmerzlich feststellen mussten, finden Inhalte ihren Weg unweigerlich ins Netz. Hier sollten Verlage gemeinsam mit erfahrenen Partnern frühzeitig Weichen stellen, sodass Lesern attraktive und legale Angebote in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.
Dabei können ein stückweit Parallelen zur Verbreitung digitaler Musik gezogen werden, wo erfreuliche Zuwachsraten von jährlich etwa 30 Prozent verbucht werden können. Jedoch erfolgt die Mehrzahl der Käufe von Musik weiterhin auf physischen Tonträgern und legale Downloads machen knapp zehn Jahre nach ihrer Einführung weiterhin nur rund 15 Prozent aus. Hier sind die USA bezüglich der Digitalisierungsquote Vorreiter - nämlich bei über 50 Prozent. Bei Büchern muss jedoch bedacht werden, dass die USA über ein sehr viel schlechteres Netz von Buchhandlungen verfügen, sodass Leser allein deshalb auf einfach zu erwerbende Downloads zurückgreifen. Im Land „der Dichter und Denker“ mit einem fest verankerten Buchhandelsnetz und einer entsprechenden Buchkultur wird das wohl nicht so rasant gehen. Trotz dieser nationalen Besonderheiten wird sich das digitale Lesen allerdings über kurz oder lang etablieren.
Wichtig dabei ist, dass die Buchbranche erkennt bzw. erkannt hat, dass die Digitalisierung auch in ihrem Bereich nicht aufzuhalten ist – das haben viele Kreativbranchen in der Rückschau recht spät und teilweise zu spät. Verlage sollten sich daher zumindest die Herausforderungen der Digitalisierung vergegenwärtigen. Wenn sie zu dem Ergebnis kommen, dass es auch ohne Digitalkonzept geht, mag das im Einzelfall vielleicht stimmen. Sie sollten allerdings nicht die Augen vor Realitäten verschließen und eine gegenwärtige Marktverschiebung nicht außer Acht lassen.
Auf der Frankfurter Buchmesse werden diese Themen zusammen mit Herausforderungen, Perspektiven und Trends diskutiert. Vertreter der Buchbranche treffen dazu mit Vertretern der IT-Wirtschaft täglich auf Paneldiskussionen zusammen. Fokussiert werden hierbei nicht nur technische Besonderheiten sowie die Frage nach Vielfalt oder Spezialisierung, sondern auch die Herausforderungen einer vernetzten Buchwirtschaft durch Social Media und Web2.0.
Nähere Informationen zu den einzelnen Panels erhalten Sie hier.


Auf der BITKOM-Seite ist zum Thema ebenfalls eine Broschüre abrufbar: www.bitkom.org/de/themen/71783_71525.aspx
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