Seltene Erden – Fluch oder Segen?
Isabel Richter | am 15. August 2011

Ohne die so genannten Seltenen Erden gäbe es kein Internet, keine Smartphones, keine PCs. Mit dem Hightech-Boom ist auch die Nachfrage nach Seltenen Erden extrem gestiegen. Gleichzeitig wurde das Angebot knapper – eine in der Weltwirtschaft ungewöhnliche Kombination zweier Entwicklungen.

Die Metalle der Seltenen Erden umfassen 17 chemische Elemente, wie Europium, Lanthan und Neodym. Sie besitzen wichtige optische und magnetische Eigenschaften und werden beispielsweise in Computern, Flachbildfernsehern, Handys, Solarzellen oder Batterien eingesetzt.

Seltene Erden sind in aller Regel nicht wirklich selten, sie werden nur selten abgebaut und sind schwierig aufzubereiten. Entsprechend haben sich die Preise zuletzt vervielfacht. Zu 95 Prozent stammen sie aus China, obwohl nur 40 Prozent der entsprechenden Rohstoffreserven dort vermutet werden.

Seltene Erden sind in Deutschland wirtschaftlich nicht sinnvoll abbaubar, wenn sie hier überhaupt zu finden sind. Völlig ausgeliefert ist man der Situation gleichwohl nicht. Neben der Bildung von Rohstoffpartnerschaften mit Förderländern, können wir uns einer anderen Rohstoffquelle bedienen: dem Elektroschrott. Er bietet enormes Potenzial.

Zum Beispiel können 80 Prozent der in Handys verwendeten Materialien wiederverwertet werden. Darunter sind wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Kupfer und eine Reihe seltener Erden. Insgesamt werden über 40 chemische Elemente in Mobiltelefonen verbaut. Aber: Die deutschen Verbraucher lagern derzeit rund 72 Millionen alte Mobiltelefone, die sie nicht mehr benutzen, zu Hause. Das sind 15.000 Tonnen wertvolle Rohstoffe, die wir nicht importieren müssten.


BITKOM hat gemeinsam mit anderen Organisationen und den Kommunen bereits vor einigen Jahren ein bundesweites Rücknahmesystem für Altgeräte aufgebaut. Allerdings werden die Geräte zu selten bei den Sammelstellen abgegeben.

Die Rohstoffkreisläufe vollständig zu schließen – rein technisch eigentlich kein Problem – muss unser Ziel sein. Nicht zuletzt sind wir alle gefragt, unseren Beitrag zu leisten.  

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